01.12.2011 // Unternehmensmeldung

Medica Excellence Award 2011

Telemetriesystem von Raumedic gewinnt

Preisverleihung des Medica Excellence Awards: v.li. Horst Gießen, Direktor Medica, Sven Lorig, Moderator, Martin Bayer, CEO Raumedic, Prof. Dr. Wolf-Ingo Steudel, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikum des SaarlandesHelmut Hildebrandt, Vorstand OptiMedis Bild: Raumedic
Preisverleihung des Medica Excellence Awards: v.li. Horst Gießen, Direktor Medica, Sven Lorig, Moderator, Martin Bayer, CEO Raumedic, Prof. Dr. Wolf-Ingo Steudel, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikum des SaarlandesHelmut Hildebrandt, Vorstand OptiMedis Bild: Raumedic

Mit ihrem Telemetriesystem hat die Raumedic AG den Medica Excellence Award in der Kategorie "Exzellenz im täglichen Betrieb" gewonnen. Das Unternehmen aus Helmbrechts entwickelte das System zur Messung des Hirndrucks gemeinsam mit dem Uniklinikum Saarland.

Erstmalig wurde auf der Medica 2011 der „Medica Excellence Award" verliehen. Unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr wurde in vier Kategorien jeweils eine herausragende innovative Lösung gewürdigt, die in einer Klinik oder einem medizinischen Versorgungszentrum etabliert wurde. Nominiert waren in der Kategorie „Exzellenz im täglichen Betrieb" prozess- oder produktbezogene Optimierungsideen unter anderem aus den Bereichen Krankenhaus-IT, Bildgebungs- und Diagnostik-IT. Gewonnen hat den Preis in dieser Kategorie die Raumedic AG, Helmbrechts, die zusammen mit dem Universitätsklinikum des Saarlandes ein Telemetriesystem zur Messung des Hirndrucks bei Hydrocephalus-Patienten entwickelt hat.

Das Telemetriesystem stellt einen komplett neuen Lösungsansatz zur Überprüfung des Hirndrucks bei Patienten mit Hydrocephalus-Syndrom dar. Es ist den Angaben zufolge das weltweit erste kabellose ICP-Druckmesssystem mit dem der Hirndruck über einen längeren Zeitraum überwacht werden kann. Bisherige Drucksonden bergen eine hohe Infektionsgefahr. Beim Telemetriesystem von Raumedicist die Sensorspitze mit einem Mikrochipkatheter im Parenchym des Patienten positioniert. Das tellerförmige Keramikgehäuse, welches die Elektronik beinhaltet, liegt oberhalb der Schädeldecke. Der Katheter wird vollständig unter die Kopfhaut implantiert, die somit weiterhin als natürliche Infektionsbarriere wirkt.

Die Datenübertragung vom Katheter erfolgt mittels RFID-Technologie an ein speziell entwickeltes Aufzeichnungsgerät, den MPR 1 Datalogger. Dieser speichert die Daten, die mittels einer USB-Verbindung an einen separaten PC / Laptop oder in das klinische Datendokumentationssystem weitergeleitet werden können. Das Hirndruckmodul ermöglicht so ein Monitoring außerhalb der Intensivstation unter normaler Belastung.

Auf der Datenbasis, die „aus allen Lebenslagen" gewonnen wird, kann erstmalig die Entscheidung für die Implantation eines Shuntventils getroffen werden. Bisher war eine sichere Analyse des Hirndrucks in solchen Fällen nur durch eine erneute Operation möglich. Die über einen längeren Zeitraum objektiv erfassten ICP-Werte ermöglichen zusätzlich die optimale Einstellung eines Shuntventils innerhalb sehr kurzer Zeit.

Diese neue Technologie soll der entsprechenden Patientengruppe lange Krankenhausaufenthalte aber auch unnötige Operationen oder Strahlenbelastungen ersparen. Gleichzeitig erhält der behandelnde Arzt durch die Mobilität des Patienten reale Werte über verschiedene Belastungssituationen und kann so die Therapie optimal anpassen.

Raumedic entwickelte das Telemetriesystem in Zusammenarbeit mit namhaften Industriepartnern (Telid RFID System) und mit der Neurochirurgischen Universitätsklinik Homburg/Saar unter der Leitung von Prof. Steudel. Eingesetzt wurde das Telemetriesystem erstmals Mitte des Jahres 2010 in der Universitätsklinik Homburg/Saar (Prof. Steudel, Prof. Kiefer) und in der Universitätsklinik Mainz (Dr. Tschan, Prof. Wagner, Prof. Oertel).

Weitere Informationen: www.raumedic.com