19.12.2011 // Produktmeldung

Operationssaal: Millionen für ein neues Konzept

Alles unter Kontrolle

Das Innovationszentrum für Computerassistierte Chirurgie (ICCAS) der Leipziger Medizinischen Fakultät hat einen Prototyp für einen neuartigen Konzept-Operationssaal entwickelt.

Das vom ICCAS neu entwickelteRaumkonzept soll als Basis für anstehende Anbindungen chirurgischer Operationstechnik dienen. Zukünftiges Ziel ist es, das Raumkonzept als OP-Standard-Architektur einzuführen. Die Konzeptentwicklung des ICCAS wurde mit 2,3 Mio. Euro vom BMBF gefördert. Darüber hinaus ist eine weitere Nachwuchsgruppe am Start, die über fünf Jahre verteilt 3,5 Mio. Euro Fördergelder erhält.

Im OP-Raum der Zukunft sind beispielsweise Lichtquellen so installiert, dass Schattenwurf vermieden wird. Gerätewagen auf Schienen können nach Bedarf ferngesteuert werden. Über einen von der Decke herabhängenden Versorgungsarm kann der Operateur nicht nur wesentliche Geräte zentral steuern, sondern ihm und dem Operationsteam werden auch mehr Bewegungsfreiheit und ein ergonomisches Arbeitsumfeld geboten.

Das Raumkonzept ist ein Ergebnis der Forschungsarbeiten der ersten Förderphase, bei denen der Chirurg mit seinen Bedürfnissen im Zentrum der wissenschaftlichen Untersuchungen steht. Anfang 2011 wurde die zweite Förderphase von ICCAS eingeläutet, in der die bisherige Forschungsarbeit konsequent fortgesetzt werden soll. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der klinischen Umsetzung von Konzepten.

Dieser Aufgabe stellt sich seit dem Frühjahr die Nachwuchsgruppe „Modellbasierte Automation und Integration im OP-Saal". Ziel der Arbeitsgruppe unter Leitung von Dr. Thomas Neumuth ist das sinnvolle Zusammenführen und Darstellen sämtlicher OP-relevanter Informationen über den operativen Eingriff und den betreffenden Patienten. Außerdem soll die technologische Unterstützung für den Operateur weiter ausgebaut werden. Die Informationssysteme sollen Operationen überwachen, dem Chirurgen den aktuellen Stand wiedergeben und, wenn nötig, situationsabhängig in den Operationsverlauf eingreifen können. Weiterhin wird die Entwicklung eines Prototyps zur Systemüberwachung verschiedener Operationssäle von einem Kontrollraum aus, ähnlich einem Flughafen-Tower, angestrebt.

· Weitere Informationen: www.iccas.de/news/millionenschwerefoerderung.html


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