29.11.2011 // Produktmeldung

Herzklappen: individuelle Herzmodelle machen Katheter-Eingriffe sicherer

Alles sehen, was Bildverarbeitung zu bieten hat

Daten aus verschiedenen bildgebenden Verfahren zusammenführen, daraus ein individuelles Herzmodell für die OP-Vorbereitung erstellen: Dafür wurde eine Kooperation zwischen Klinikum und Hersteller mit dem Medica Excellence Award ausgezeichnet.

Den Medica Excellence Award der Kategorie „Erfolgreiche Kooperation" nahm Prof. Malte Kelm, Direktor der Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie des Universitätsklinikums Düsseldorf, stellvertretend für alle Beteiligten entgegen. „Wir sind stolz, dass unser Projekt, das wir seit fast zwei Jahren mit Philips gemeinsam voran treiben, den Preis gewonnen hat. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir mit unserer hybriden Bildgebungstechnik und den daraus erzeugten individuellen Herzmodellen eine qualitativ bessere Versorgung für unsere Patienten erreichen und dass sich diese Technologie am Markt etablieren wird." Die Kooperation zwischen einem industriellen und einem akademischen Partner führe zu einer Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen in der Bevölkerung, so Kelm weiter.

Der Medica Excellence Award wurde in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministers Daniel Bahr erstmalig vergeben. In insgesamt vier Kategorien wurde je ein Award für eine innovative Lösung ausgelobt, die von einem Industrieunternehmen in einer Klinik oder einem Medizinischen Versorgungszentrum umgesetzt wurde.

Im genannten Projekt ging es um die Behandlung von Herzklappenerkrankungen mit Hilfe minimal-invasiver Katheter-Eingriffe. Dafür wurde eine hybride Bildgebungstechnik entwickelt, die Daten aus bis zu vier unterschiedlichen bildgebenden Systeme verbindet: Informationen aus Angiographie, Kernspintomographie, 3D-Ultraschall und Computertomographie führen so zu einem Patienten-spezifischen dreidimensionalen Herzmodell. Das ist die Grundlage für neue und schonendere Therapieverfahren zur Behandlung von Herzklappenerkrankungen, die schon heute in der Uniklinik Düsseldorf in der täglichen Routine eingesetzt werden.

An der Etablierung neuer Therapieverfahren, die durch diese neuartige Anlagenkombination besser geplant und sicherer durchgeführt werden können, wird bereits gearbeitet. „Ab sofort ist der Blick auf das menschliche Herz deutlicher und realistischer als je zuvor", erklärt Dr. Jürgen Weese, Wissenschaftlicher Leiter des Projektes beim Kooperationspartner Philips. Ein komplexer Rechenalgorithmus errechnet aus den unterschiedlichen Bilddatensätzen der Systeme das individuelle Patienten-Herzmodell. So soll es Medizinern in Zukunft noch besser gelingen, minimal-invasive Katheter-Eingriffe am Herzen zu planen und Risiken einzugrenzen.

Der so genannte Hybridraum der Klinik, der einen Magnetresonanztomographen (MRT), einen Herzkatheter-Arbeitsplatz mit XperCT-Technologie (Rotationsangiographie) und 3D-Ultraschall umfasst, erlaubt es, die verschiedenen Bildgebungsverfahren zeitnah durchzuführen und zusammen zu verwenden. Bei Bedarf können zusätzlich vorliegende Computertomographie-Aufnahmen (CT) in den Berechnungen und Planungen mit berücksichtigt werden.

Für Philips sind diese Arbeiten für die Weiterentwicklung des HeartNavigators essentiell. Er unterstützt r minimal-invasive Herzklappeneingriffe unter Röntgenbildgebung, indem CT-Aufnahmen (CT) auch die Herzanatomie darstellen. Die Düsseldorfer Mediziner setzen als langfristiges Ziel auf eine zusätzliche Einbindung physiologischer Abläufe in die hybride Bildgebung. Dann könnten zum Beispiel Entzündungsprozessen an den Herzkranzgefäßen bei der Entstehung der Arteriosklerose dargestellt werden, um Herzinfarkt-gefährdete Patienten frühzeitig zu erkennen.


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