- Verantwortung für die Umwelt sowie ein ökologischer Umgang mit Energie und Vorsorge in der Medizin sind zentrale Themen nachhaltiger Krankenhaus-Konzepte. Erfolgreiche Beispiele zeigen, dass optimale Prozesse auch die Versorgungsqualität für den Patienten verbessern.
Mehr „grün" fürs Krankenhaus
Gut ein Jahr nach der Eröffnung erfüllt die hochmoderne Ethianum-Klinik in Heidelberg alle an sie gestellten Erwartungen hinsichtlich Umweltschutz, Wirtschaftlichkeit und Versorgungsqualität. Geplant ist sie für rund 3000 stationäre Patienten pro Jahr – bei einer 50-%igen Verringerung der Energiekosten pro Bett gegenüber den üblichen Standards. Ethianum ist eine Privatklinik für plastische Chirurgie, ästhetische Chirurgie und Präventivmedizin. Die Klinik liegt direkt neben dem Universitätsklinikum Heidelberg und wurde überwiegend von Siemens eingerichtet. Zum Einsatz kamen umweltverträgliche Gebäudetechnologien, wirtschaftliches Energiemanagement, innovative und energieeffiziente Medizintechnik sowie eine moderne Kommunikationsinfrastruktur, bei der stets der Patient im Mittelpunkt steht.
„Von Anfang an war uns klar, dass wir in einer neu errichteten Klinik ganz neue Wege bei der Optimierung der Ressourcen einschlagen mussten. Da die Verkleinerung unseres Mitarbeiterstabes außer Frage stand, war es nur logisch, über Energiekosten und verbesserte Versorgungsprozesse nachzudenken", erklärt Dr. Peter Görlich, Geschäftsführer des Ethianum.
Innovative Lösungen, wie das hochmoderne Gebäudeautomationssystem und verschiedene geothermale Energieerzeuger, erlauben der hotelähnlichen Klinik, die Kosten ohne Kompromisse beim Komfort zu reduzieren. „Energieexperten haben errechnet, dass wir unter idealen Umständen den Energieverbrauch pro Patientenbett halbieren können. Das werden wir sicher nicht so schnell erreichen. Dennoch bleibt genau das unser Ziel, und tatsächlich reduzieren wir ständig den Verbrauch."
Schon in die Planungsphase des Ethianums in Heidelberg war Siemens eingebunden. Viele Systeme, wie das Konzept für das Energiemanagement, modernste medizinische Geräte und die Kommunikationsinfrastruktur stammen aus dem Programm Green+ Hospitals, das Siemens für einen umweltschonenden und patientenfreundlichen Krankenhausbetrieb entwickelt hat. Dabei war das Unternehmen nicht das erste, welches sich die Verbesserung der Energie- und Umweltbilanzen von Kliniken auf die Fahnen geschrieben hat.
Für das erste eupäische Projekt Green Hospital haben sich bereits 2009 die Asklepios Kliniken und General Electric zusammen geschlossen. Der amerikanische Konzern wollte in seinem ersten Green-Hospital-Projekt die Asklepios Klinik Hamburg-Harburg auf Nachhaltigkeit trimmen: Von energieeffizienter Bautechnik über die hauseigene Wasseraufbereitung bis zum Einkauf stromsparender Medizintechnik reicht die Palette an Neuerungen, die aus dem 770-Betten-Haus eine ökologische Vorzeigeklinik machen soll. Weitere Partner folgten.
Als einer der jüngsten Mitstreiter unterstützt seit Juli Philips die Allianz. „Im Durchschnitt werden in Kliniken knapp ein Viertel der Stromkosten durch Beleuchtung verursacht. Dabei kann der Energieverbrauch eines einzigen Krankenhauses– bei Einsatz von nicht energieeffizienter Technik – an den einer kleinen Stadt heranreichen, erklärt Andreas Wente, Vorsitzender der Geschäftsführung der Philips Deutschland GmbH. Weil viele noch mit veralteten Beleuchtungssystemen ausgestattet sind, bestehe hier ein hohes Einspar- und Umweltpotenzial durch den Einsatz innovativer Lichtlösungen einschließlich intelligenter Steuerungen. Die LED-Technologie spielt dabei eine entscheidende Rolle. Als offizieller Partner des Green-Hospital-Programms hilft Philips nicht nur bei der Lichtberatung, sondern beschleunigt mit seinen Lichtsystemen den Wechsel zu einer nachhaltigen Klinik.
„Wir sehen den Wandel im Gesundheitswesen und haben uns entschlossen, diesen mit einem zukunftsgerechten Qualitäts- Modell zu unterstützen und zu begleiten", erklärt Dr. Tobias Kaltenbach, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung der Asklepios Kliniken, die Teilname am Green-Hospital-Programm.
Der Kreis der Unternehmen, die sich heute im Projekt engagieren und einbringen, hat sich seit dem Startschuss der Initiative vor einem Jahr kontinuierlich erweitert, und mit ihm auch die Schwerpunktbereiche von Green Hospital. Neben den beiden Gründungspartnern Asklepios Kliniken und General Electric (GE) zählen inzwischen die Unternehmen Bayer Material Science, BE Bauelemente, Betoglass, Caparol, Carrier, Hering Bau, Ideal Standard, das Institut für Krankenhaushygiene und Infektionskontrolle, Philips Deutschland, Nora Systems, Saint-Gobain Isover, Saint-Gobain Isolierglas-Center, Saint-Gobain Rigips und Zumtobel Lightning zu den Partnern des Programms. „Und es werden sich sicherlich noch weitere Unternehmen dem Programm anschließen", ist Dr. Wolfgang Sittel, Leiter Konzernbereich Architektur und Bau der Asklepios Kliniken und Initiator des Programms, überzeugt. su
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