Das Online-Labor für daheim
Unter dem Motto „Towards future education" arbeitet das Institut für Informatik der Hochschule Bochum gemeinsam mit europäischen Partnerhochschulen und der Industrie seit 2007 an der Ingenieursausbildung der Zukunft: Alles begann mit einer Projektidee, die im Rahmen des internationalen Mechatronik-Netzwerkes „Research and Education on Mechatronics" (REM) geboren wurde; im Zuge der Intensivierung der bestehenden Zusammenarbeit der Hochschulen sollten typische Laborversuche der Mechatronikausbildung, wie Mikrokontroller-Versuchsstände und mobile Roboter, über das Internet verfügbar und für Studierende nutzbar gemacht werden. Während des ersten Projektes „Interstudy" wurde dieses Vorhaben exemplarisch in die Tat umgesetzt und außerdem ein mobiler Ausbildungskoffer entwickelt, den Studierende zur Durchführung von praktischen Übungen mit nach Hause nehmen können.
Diese Ausbildungskoffer enthalten einen Mikrokontroller sowie diverse zusätzliche Module, mit denen Studierende Entfernungen oder die Lichtintensität messen, Motoren betreiben oder über Bluetooth mit ihrem mobilen Endgerät eine aus LEDs bestehende Ampel steuern können. Wenn die Studierenden diese Grundelemente programmieren und steuern können, dürfen sie im nächsten Schritt auf Basis der gleichen Hardware eigene Roboterprojekte umsetzen.
Dem erfolgreichen Prototyp folgten bis heute zwei weitere Projekte: „Autostudy", mit einem Fokus auf neuen Modulen aus der Automobilbranche und das aktuelle Projekt „MoRobE", welches sich den Transfer der Projektergebnisse aus „Interstudy" und „ Autostudy" in das deutsche Bildungssystem zum Ziel gesetzt.
„Es steckt ein großes Potenzial in der Einbindung von herkömmlichen Versuchsständen in Lernplattformen- auch wenn dies im ersten Schritt nicht immer trivial ist", so Professor Carsten Köhn vom Instituts für Informatik Hochschule Bochum. Und Sven Seiler, Doktorand des Instituts, ergänzt: „ Ressourcen können gebündelt und viel Geld gespart, das Wissen aber auch für andere Interessierte zur Verfügung gestellt werden." So könne zum Beispiel ein Student aus Estland Laborversuche in Bochum durchführen und sich diese anerkennen lassen.
In den nächsten Wochen sollen neue Laborversuche eingebunden werden und das Institut sucht weiterhin nach interessierten Studierenden, die im Rahmen ihre Abschlussarbeiten weitere „ Remote Labs" umsetzen möchten. Laut Prof. Köhn sind der Fantasie hier kaum Grenzen gesetzt.
· Weitere Informationen: www.hochschule-bochum.de/fbe/miro-lab.html
