Assessment Center: Neues Werkzeug erfasst Lernpotenzial
Test für Lernfähigkeit
Psychologen entwickeln ein Werkzeug für Assessment Center, welches das Lernpotenzial der Kandidaten ermitteln soll. Da namhafte Unternehmen großes Interesse an dem neuen Tool haben, wird es weltweit systematisch erforscht.
In vielen Unternehmen ist beim Einstieg in den Beruf und für die weitere Karriere die Teilnahme an einem Assessment Center (AC) ein zentraler Baustein. Der Psychologe Prof. Dr. David Scheffer von der Nordakademie Elmshorn beschäftigt sich daher seit Jahren damit, verschiedene AC-Werkzeuge zu optimieren. Nun hat Scheffer zusammen mit seiner wissenschaftlichen Mitarbeiterin Bettina Bennies in der Nordakademie ein Lernpotenzial-AC für 42 Teilnehmer organisiert.
Anders als bei herkömmlichen Assessment Centern erhalten hier die Teilnehmer, unmittelbar nachdem sie eine Aufgabe bewältigt haben, ein Feedback. Später wird den Kandidaten eine ähnliche Aufgabe gestellt. Die Analyse der Ergebnisse dieser neuen Aufgabe erbringt dann konkrete Indizien, an denen ein Lernerfolg gut beurteilt werden kann.
„Das von Prof. Werner Sarges erfundene und von namhaften Firmen wie Otto und Volkswagen bereits angewendete Lernpotenzial-AC wird nun erstmals an der Nordakademie systematisch beforscht und wissenschaftlich evaluiert", erklärt Prof. Scheffer. „Schon jetzt kann aber gesagt werden, dass das Lernpotenzial AC ein innovatives und sehr nützliches Verfahren zur Einschätzung der eigenen Lernfähigkei ist." Nach Ansicht des Psychologen fördert es die Kompetenz, sich selbst relevante Lernziele zur Aufgabenerfüllung zu setzen. Durch das intensive und unmittelbare Feedback, so der Wissenschaftler, haben die AC-Kandidaten die Gelegenheit, sich weiterzuentwickeln und ihr Potenzial bei neuen Herausforderungen optimal auszuschöpfen.
Da der Ansatz auch für die Praxis von großer Bedeutung ist, investieren 66 Experten aus den Personalbereichen namhafter Unternehmen drei Tage, um zu beobachten und selber lernen zu können. Die Beobachter stammen unter anderem aus folgenden Norddeutschen Unternehmen: Blohm + Voss, Daimler, der Hamburger Hochbahn, Hauni, Kühne & Nagel, der Techniker Krankenkasse, E.ON Hanse, Dräger, der Deutschen Telekom sowie vom Arbeitgeberverband Nordmetall.


