20.02.2012 // Fachartikel

Stadtpläne im Internet: Gleitender Maßstab

Schöner durch Landkarten zoomen

Professor Alexander Wolff (links) und Jan-Henrik Haunert tüfteln an neuen Algorithmen, um interaktive Landkarten im Internet noch besser zu machen (Bild: Robert Emmerich)
Professor Alexander Wolff (links) und Jan-Henrik Haunert tüfteln an neuen Algorithmen, um interaktive Landkarten im Internet noch besser zu machen (Bild: Robert Emmerich)

Straßenkarten und Stadtpläne im Internet könnten noch nutzerfreundlicher sein. Daran arbeiten nun Informatiker. Eines ihrer Ziele sind Karten, deren Maßstab sich beim Ein- und Auszoomen statt ruckartig gleitend verändert.

„Wer im Internet die Zoomfunktion von Landkarten benutzt, bekommt nicht verschiedene Ansichten ein- und derselben Karte gezeigt, sondern immer wieder andere Karten, so dass sich die Darstellungen sprunghaft ändern", erklärt Prof. Alexander Wolff vom Institut für Informatik der Uni Würzburg. Dadurch verlieren die Nutzer leicht die Orientierung. Wolff und sein Mitarbeiter Jan-Henrik Haunert wollen das ändern – durch Karten mit gleitendem Maßstab. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt.

Gleitender Maßstab – dabei denken die Würzburger Informatiker unter anderem an interaktive Karten, auf denen sich einzelne Regionen vergrößert darstellen lassen. Diese Art der Darstellung lässt sich am Computer schon seit Längerem realisieren, und zwar mit der so genannten Fischaugen-Technik. Jan-Henrik Haunert und Informatikstudent Leon Sering haben nun aber eine deutlich verbesserte Lösung erarbeitet, die sie im Fachblatt „IEEE Transactions on Visualization and Computer Graphics" vom Dezember 2011 vorstellen.

Ein Nachteil der Fischaugen-Technik: Beim Herauszoomen einer bestimmten Region wird der Rest der Karte stark verzerrt. Bei der Methode der Würzburger Informatiker fällt diese Verzerrung viel geringer aus – um rund 75 %. Bei einer noch besseren Variante braucht der Computer nur halb so lange, um den Zoom-Vorgang zu berechnen: Dabei wird nur die direkte Umgebung der vergrößerten Region verzerrt. Und auch hier ist die Deformation immer noch um 65 % geringer als bei der Fischaugen-Technik.

Doch noch muss die Sache mit dem gleitenden Maßstab schneller werden. Das und mehr möchten die Informatiker in den kommenden drei Jahren in ihrem DFG-Projekt erreichen.

· Weitere Informationen: www1.informatik.uni-wuerzburg.de/pub/haunert/pdf/HaunertSering2011.pdf ircwiki.informatik.uni-wuerzburg.de/


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