Kälte hilft heilen
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- Um 1930 wurde die Haut mit Kohlensäureschnee, Beutel und Zylinder gekühlt – der Größe der Behandlungsfläche angepasst. Zu sehen sind die Hilfsmittel am Institut für Geschichte der Medizin der TU Dresden: www.tu-dresden.de/medigm Bild: TU Dresden
Warzen, Ekzeme, Knötchenflechte: Wenn der Arzt solch unerwünschten Gebilden zu Leibe rücken will, setzt er heute die Kryotherapie, also Kälte ein – und das ist keine neue Erfindung. Gekühlt wurde mit einfachsten Mitteln schon in der Antike, um Schmerzen zu lindern, Blutungen zu stillen oder Entzündungen entgegenzuwirken. Flüssige Luft als Kältemittel kam vor 1900 ins Spiel, brachte aber Gefahren für Patienten und Anwender mit sich, und Alternativen mussten her. 1905 führte der amerikanische Dermatologe William Allen Pusey den Kohlensäureschnee ein, der für Jahrzehnte als Kältemittel bestimmend blieb. Er wurde aus Metallflaschen in Leder- oder Leinenbeutel und vor dort aus in zylinderförmige Behälter gefüllt, die auf die Haut kamen. Flüssiger Stickstoff, der kalt genug für die Tumorbehandlung ist, kam in den 60er Jahren in den USA auf. Seine Anwendung setzte sich in Europa durch, wobei die Medizinische Akademie Dresden zum Zentrum der Forschung und Anwendung dieses Kältemittels wurde.
Printausgabe: 2011/5, Seite 101


