24.10.2011 // Fachartikel

Höchstdotierter Flugwettbewerb: Flugzeug e-Genius des IFB ergattert zwei Preise

Kein Sprit, kein Lärm – gewonnen!

Doppelsieg beim CAFE-Wettbewerb im kalifornischen Santa Rosa: Der Stuttgarter Elektroflieger e-Genius Bild: Universität Stuttgart
Doppelsieg beim CAFE-Wettbewerb im kalifornischen Santa Rosa: Der Stuttgarter Elektroflieger e-Genius Bild: Universität Stuttgart

Schnell, effizient, und auch noch leise: Das Elektro-Flugzeug e-Genius, das am Institut für Flugzeugbau (IFB) der Universität Stuttgart entwickelt wurde, gewann bei der „Green Flight Challenge 2011" gleich zwei Preise.

Zweiter Platz in der Gesamtwertung und ein extra Preis für das leiseste Flugzeug. Bei dem von der NASA und von der Comparative Aircraft Flight Efficiency Foundation (CAFE) ausgerichteten Wettbewerb „Green Flight Challenge 2011" im kalifornischen Santa Rosa gewann das Elektro-Flugzeug e-GEnius gleich zweimal. Der zweite Preis in der Gesamtwertung ist mit 120000 Dollar dotiert und der Lindbergh Prize für das leiseste Flugzeug mit 10000 Dollar. Zum Vergleich: Das Stuttgarter Flugzeug sicherte sich den Lindbergh Prize mit Lautstärken im Bereich von nur 56 bis 62 Dezibel beim Abheben. Ein gängiges Turbinenflugzeug produziert mit rund 100 Dezibel gefühlt das 16-fache an Lärm.

Der Wettbewerb, bei dem es um die Konstruktion von möglichst umweltfreundlichen, praktischen und leisen Flugzeugen geht, ist dank Preisgeldern von der NASA in Höhe von insgesamt 1,65 Millionen Dollar der höchstdotierte Flugwettbewerb überhaupt.Professor Rudolf Voit-Nitschmann, geschäftsführender Direktor des IFB, freut sich über das gute Abschneiden: „e-Genius ist als einer der ersten Elektroflieger überhaupt in der Lage, vergleichbare Leistungen wie konventionelle Flugzeuge zu liefern."

Bei der Green Flight Challenge trat der batteriebetriebene e-Genius gegen Flugzeuge mit Diesel-, Bio-Diesel- oder Wasserstoff-Antrieb an. Namhaftester Gegner und Gesamtsieger war das Team der Firma Pipistrel, Slowenien, als deren Teamleader die Penn State University fungierte. Dieses Team erhielt ein Preisgeld von 1,35 Mio.

Dollar. Beim Hauptpreis des Wettbewerbs ging es um Effizienz und um Geschwindigkeit. Trotz technischer Probleme mit dem Navigationsgerät gelangen dem e-Genius bei den jeweiligen Flügen sehr gute Ergebnisse. Möglich macht das ein eigens entwickeltes Antriebssystem, das über eine Leistung von 60 kW und eine Gesamtkapazität der Akkus von 56 kWh verfügt. Das zweisitzige Flugzeug hat eine Reichweite von über 300 km und verbraucht dabei umgerechnet weniger als 1 l Benzin pro 100 km und Passagier.

· Weitere Informationen: www.ifb.uni-stuttgart.de/index.php/forschung/flugzeugentwurf/hydrogenius


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