Robotik: Weltmeisterschaft im Robotersegeln 2011
Automatisch segeln
-
- Roboterisierte Modellboote der MicroMagic-Klasse Bild: Universität zu Lübeck
Die 4. World Robotic Sailing Championship (WRSC) ist die inoffizielle Weltmeisterschaft der Robotersegelboote. Kürzlich fand sie erstmals in Deutschland, in Lübeck statt.
Während die automatische Steuerung durch mechanische oder elektronische Autopiloten längst auch für kleinere Segelyachten verfügbar ist, hat das Interesse an „Segelrobotern" erst in den vergangenen Jahren zugenommen. Dabei gilt es nicht nur, den Kurs zu halten – die Problemstellung ist ungleich komplexer. Ein autonomes Boot muss selbst den richtigen Kurs auswählen, Ruder und Segel richtig stellen und natürlich Wind und Strömung beachten. Darüber hinaus müssen andere Fahrzeuge und Hindernisse erkannt und umschifft und es muss mit anderen Verkehrsteilnehmern kommuniziert werden.
Vom 16. bis 20. August 2011 schickten 15 Crews aus sechs Nationen ihre 53 cm bis 3,72 m großen Boote auf der Wakenitz in den sportlichen und technischen Wettkampf. Die örtliche Organisation lag federführend bei Informatik-Studierenden um Prof. Dr. Alexander Schlaefer vom Institut für Robotik und Kognitive Systeme der Universität zu Lübeck. Eine wissenschaftliche Tagung, die International Robotic Sailing Conference (IRSC), begleitete die Weltmeisterschaft im Robotersegeln. Hier wurden aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt. Unter anderem ging es um die Entwicklung langzeitautonomer Boote, die etwa den Atlantik überqueren können.
So vielfältig wie die technischen Herausforderungen sind auch die Motivationen, sich mit Robotersegelbooten zu beschäftigen. Ein großer Vorteil ist die Unabhängigkeit von Treibstoffen, die langfristige Missionen ermöglicht. Beispielsweise arbeiten Wissenschaftler aus Österreich und den USA an einem System zur Erforschung von Walen, das die Meeressäuger über längere Zeit begleitet. Forscher aus Wales sind vor allem daran interessiert, kleine und robuste Robotersegelboote für das Umweltmonitoring zu entwickeln. Aber auch die komplexe technische Problemstellung an sich fasziniert Wissenschaftler aus aller Welt.
· Weitere Informationen: www.wrsc2011.org Mit Videos, Fotos und der Ergebnisliste für die verschiedenen Klassen und Aufgaben


