19.12.2011 // Produktmeldung

Werkstoffe: Knappe Ressourcen – na und?

Ganzheitliches Materialdesign

Knappe Rohstoffe können selbst vielversprechende Technologien stoppen. In Augsburg arbeiten daher Material- und Wirtschaftswissenschaftler sowie Ressourcenstrategen gemeinsam an einem neuen Ansatz für ressourceneffizientere Materialien.

Es geht um nicht weniger als ein ganzheitliches Materialdesign. Welche technischen, geopolitischen und ökonomischen Rahmenbedingungen für solch innovative technologische Entwicklungen notwendig sind, beschreiben Forscher anhand eines Beispiels: der Entwicklung eines zentralen Bauteils für die Elektronik und die Energiespeicherung. Dafür haben Materialwissenschaftler der Universitäten Augsburg und Sheffield gemeinsam mit Augsburger Ressourcenstrategen und -managern eine neue Generation von Materialien unter die Lupe genommen, die für Superkondensatoren geeignet sind.

Entscheidend für das Gelingen dieser Entwicklungen, so betonen die Wissenschaftler in ihrem in „Nature Materials" erschienenen Beitrag, sind aber nicht nur Materialparameter. Von Beginn an müssen vielmehr sowohl ökonomische Betrachtungen zur Kostenentwicklung als auch ressourcenstrategische Überlegungen mit einbezogen werden. Fragen, die sich daraus ergeben, sind zum Beispiel: Welche Kosten sind für die eingesetzten Materialien und Prozesse in Zukunft zu erwarten? Welche Vorkommen gibt es, wie sieht es mit der geopolitischen Verfügbarkeit der benötigten Ausgangsmaterialien aus? „Wir unternehmen hier erstmals den Versuch, bei der Konzeption neuer Funktionsmaterialien bereits im Stadium der Grundlagenforschung quantifizierbare techno-ökonomische Aussagen zur langfristigen Planungssicherheit bei der wirtschaftlichen Umsetzung machen zu können", so der Augsburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Alois Loidl.

Dazu machen die Forscher von Beginn an die Ressourcen-Kritikalität zum integralen Bestandteil der Forschung. Eine Ampelmatrix signalisiert die Entwicklungsperspektiven , die sich unter unterschiedlichen Gesichtspunkten abzeichnen, und bietet somit eine präzise Entscheidungshilfe.

· Weitere Informationen: www.nature.com/nmat/journal/v10/n12/full/nmat3180.html www.mrm.uni-augsburg.de


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