Metallische Bauteile: Neue, verformbare Werkstoffklasse entwickelt
Hart oder weich?
Leicht und doch leistungsfähig: Ein neuer Verbundwerkstoff lässt sich wie Glas durch Schmelzen umformen und kann beim Auskühlen sehr fest werden. Durch erneutes Schmelzen lässt er sich jedoch neu formen.
Ein Forscherteam vom Labor für weiche Materie und Chemie des französischen Forschungszentrums CNRS/ESPCI Paristech hat eine neue Werkstoffklasse entwickelt. Die Materialien sind leicht, unlöslich, schwer zerbrechlich, recycelbar und reparabel – und sie lassen sich bei hohen Temperaturen reversibel und beliebig umformen. Darüber hinaus sind sie günstig und einfach herzustellen, heißt es weiter.
Bei der Entwicklung dieses neuen organischen Materials haben sich die Forscher auf bereits in der Industrie eingesetzte Werkstoffe wie Epoxyharze, Härtemittel und Katalysatoren gestützt. Der neue Werkstoff besteht aus einem molekularen Netzwerk, das sich bei Erwärmung wieder neu anordnen kann, ohne die Anzahl seiner Atomverbindungen zu verändern. Bei Raumtemperatur sieht dieser Werkstoff je nach Zusammensetzung entweder wie ein harter oder wie ein weicher elastischer Festkörper aus.
Als Ausgangsbasis für Verbundwerkstoffe könnte dieses neue Material eine greifbare Alternative zu metallischen Werkstoffen darstellen und in verschiedenen Bereichen, wie der Elektronik, der Luftfahrt, dem Automobil- oder Bauwesen Anwendung finden. Darüber hinaus liefern diese in Science veröffentlichen Ergebnisse neue Erkenntnisse zu grundlegenden Fragestellungen der Physik der Glasumwandlung.
· Weitere Informationen: www.sciencemag.org/content/334/6058/965.short www2.cnrs.fr/presse/communique/2348.htm


