21.11.2011 // Produktmeldung

KfW-Studie: Rohstoffmangel aus Sicht deutscher Unternehmen

Wo es knapp wird in Deutschland

Wie sieht die Rohstoffversorgung aus dem Sicht deutscher Unternehmen aus? Das haben Forscher untersucht und 13 bedeutende mineralische Rohstoffe als kritisch eingestuft. Betroffen und damit gefährdet sind vor allem Zukunftstechnologien.

„Kritische Rohstoffe für Deutschland" heißt die von der KfW Bankengruppe veröffentlichte Studie. In ihr wurden erstmalig umfassend die Risiken der Versorgung Deutschlands mit mineralischen Rohstoffen (Metalle, Industriemineralien, Steine und Erden) untersucht. Auch die weltweit steigende Nachfrage durch Zukunftstechnologien haben die Autoren berücksichtigt. Dabei stuft die Studie die künftige Versorgungslage von 13 mineralischen Rohstoffen als „kritisch" oder sogar „sehr kritisch" ein.

Die identifizierten kritischen Rohstoffe, die überwiegend den seltenen Metallen zuzuordnen sind, sind für viele Produktionszweige der deutschen Wirtschaft von herausragender Bedeutung. Betroffen sind vor allem viele Zukunftstechnologien sowie der nachhaltige Umbau der Energieversorgung. So wird beispielsweise Germanium für die Glasfaserkabelproduktion, Rhenium für hocheffiziente Gasturbinen für Kraftwerke, Seltene Erden für Magnete der Windkrafttechnologie, für Batterien der Elektromobilität und in der Informations- und Kommunikationstechnik eingesetzt. Gallium und Indium werden für die Dünnschicht-Photovoltaik benötigt, Wolfram bei den Hartmetallen in Schneidwerkzeugen und verschleißfesten Werkzeugen sowie Zinn zur Herstellung von Weißblech.

Dr. Siegfried Behrendt vom IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung – , das zusammen mit adelphi die Studie durchführte, erklärt: „Zu den sehr kritischen Rohstoffen, die wir identifizierten, zählen Germanium, Rhenium und Antimon. Als 'kritisch' stuften wir ein: Seltene Erden, Indium, Wolfram, Gallium, Palladium, Silber, Zinn, Niob, Chrom und Bismut."

Das sei nicht immer so gewesen, betont Siegfried Behrendt: „ Noch vor wenigen Jahren war die Rohstoffversorgung für viele deutsche Unternehmen eine reine Beschaffungsaufgabe. Durch die erheblichen Preisschwankungen, die hohen Preisniveaus und die schwierige Verfügbarkeit einiger Rohstoffe wird die Rohstoffversorgung in Zukunft für Unternehmen zu einer Kernaufgabe."

Dr. Norbert Irsch, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, betonte: „Vor dem Hintergrund der beschriebenen Versorgungsrisiken wird es für den Technologie- und Innovationsstandort Deutschland immer bedeutender, dass die Unternehmern stärker als bisher Strategien für eine nachhaltige Rohstoffsicherung entwickeln, zum Beispiel über Beteiligungen an Bergbauprojekten. Um den primären Rohstoffbedarf insgesamt zu senken und damit die Importabhängigkeit zu verringern, sollten von den Unternehmen zudem verstärkt Maßnahmen zum effizienteren Einsatz von Ressourcen und zur Nutzung von Sekundärrohstoffen umgesetzt werden."

· Weitere Informationen: www.kfw.de/kfw/de/KfW-Konzern/Research/Reihen/Sonderpublikationen/Aktuelle_Ausgabe.jsp www.izt.de/projekte/laufende-projekte/projekt/rohkri


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