Assistive Technologie: Technik als Diener von älteren Menschen
Hörkugel für Senioren
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- Studierende diskutieren mit den Entwicklern der Mikrofonkugel Holger Groenewold (nicht im Bild), Marco Wilmes und Jörg Bitzer über mögliche Weiterentwicklungen Bild: Michael Stephan
Eine Kugel als Helfer im Alltag: Sie ist 15 Zentimeter groß, mit acht kleinen Mikrofonen ausgestattet und hängt an der Wohnungsdecke. So kann sie die Sprache des Bewohners nicht nur erkennen, sondern auch Befehle weiterleiten.
Dr. Jörg Bitzer, Professor am Institut für Hörtechnik und Audiologie an der Jade-Hochschule am Studienort Oldenburg, entwickelt gegenwärtig in Zusammenarbeit mit der Fraunhofer Projektgruppe Hör-, Sprach-, Audiotechnik eine intelligente und unaufdringliche Technik, die älteren Menschen ein möglichst langes selbstbestimmtes Leben ermöglichen soll. Die Fachwelt spricht von assistiven Technologien (AT). Ein Begriff der auch als Namensgeber für den gleichnamigen neuen Studiengang an der Jade Hochschule diente.
„Sprache muss mit Mikrofonen aufgenommen werden", sagt Jörg Bitzer und berichtet, dass Spracherkennung nah am Mund bereits gut funktioniert. Er erinnert an Diktiersysteme, die auf die Nutzerstimme trainiert sind. Gesprochene Texte sind anschließend am PC lesbar. Ältere Menschen möchten das Mikrofon aber nicht ständig bei sich tragen. Außerdem ist ungewiss, ob sie es im Notfall aktivieren können.
„Unsere Kugel kann Personen in einem Raum orten, verfügt über ein kleines Sprachvokabular und unterdrückt Rauschen und Hall", berichtet der Experte. Ihm ist es wichtig, dass seine Technik nicht nur im Notfall wertvolle Dienste leisten kann, sondern vor allem den Alltag erleichtert. So wäre es denkbar, dass ein Mensch nicht aufstehen muss, um das Licht anzuschalten. Es würde reichen, wenn der Sprachbefehl gegeben würde. So ließe sich auch der Fernseher bedienen oder das Fenster öffnen.
Bei dieser Entwicklung geht es jedoch nicht nur um Ingenieurskunst. „Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass technische Umsetzung und Funktionalität nur eine Seite der Medaille sind, die Akzeptanz der Nutzer die andere", betont Jörg Bitzer. „Deswegen müssen assistive Technologien auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Anwender zugeschnitten sein. Es geht also um Technik als Diener und nicht als Ersatz", stellt er klar.
Gegenwärtig wird an dem autarken System mit Hochdruck gearbeitet. „Unser Ziel ist es, einen Prototyp zu entwickeln", sagt Jörg Bitzer. In fünf bis zehn Jahren könnte dann theoretisch eine solche Kugel in vielen Wohnungen hängen.
· Weitere Informationen: www.assistive-technologien.d e


