- Bleibt der Katalysator heiß, spart das Emissionen. Diese Erkenntnis haben zwei Maschinenbaustudenten genutzt, um ein System zu entwickeln, dass den Katalysator vor kalter Zuluft schützt. Die Idee haben sie zum Patent angemeldet.
Heiß bleiben ist sauberer
„Läuft ein Verbrennungsmotor im Schubbetrieb, also in dem Betriebspunkt, in dem kein Kraftstoff zugeführt und der Motor allein vom Fahrzeug angetrieben wird, strömt kalte Luft in den Katalysator", beschreibt Maschinenbaustudent Michael Hörig das Ausgangsproblem. „Der Katalysator benötigt zum Arbeiten jedoch eine Betriebstemperatur von etwa 300 Grad Celsius. Je nach Länge der Schubphase unterschreitet er diese und reinigt im anschließenden Normalbetrieb die Abgase für eine gewisse Zeit schlechter oder gar nicht." Michael Hörig und sein Kommilitone Norman Nagel haben daher in Eigenregie und mit Unterstützung des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ein System entwickelt, das die kalte Luft vor dem Katalysator mit einer Klappe abfängt und über eine Leitung zurück zum Motor führt. Das Ergebnis: Die Betriebstemperatur des Katalysators fällt nicht ab, er arbeitet durchgehend, die Emissionen sinken. „Diese Schubphasen treten im normalen Fahrbetrieb durchaus häufig auf. Unsere Entwicklung kommt also häufig zum Tragen, was die Gesamtemissionen deutlich absenkt", so Norman Nagel.
Dass die erzielten Emissionsreduzierungen sogar deutlich besser als bei ähnlichen Systemen ausfallen, haben die beiden Studenten in Messungen am Fahrzeugprüfstand des Instituts für Produktentwicklung (IPEK) überprüft. „Zudem können wir mit unserer Erfindung die Effizienz des Katalysators weiter steigern, da es uns gelingt, den gesamten Luftstrom vom Katalysator fernzuhalten", so Michael Hörig. Ein großer Vorteil gegenüber anderen Entwicklungen ist jedoch die vergleichsweise einfache Handhabung: Das Rückführsystem lässt sich schnell in bestehende Motorensysteme integrieren, dadurch entstehen für den Fahrzeughersteller beim Einbau geringe Kosten und wenig Aufwand.
· Weitere Informationen: www.kit.edu/besuchen/pi_2011_6937.php
