VDE-Studie: Akzeptanz für Roboter im privaten Bereich
Lieber Roboter als ins Heim
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- Humanoide Roboter kommen bisher vor allem aus Asien. Auch wenn manche den Helfer im Haushalt als unheimlich beschreiben – er ist eine Möglichkeit, die eigene Selbstständigkeit beizubehalten Bild: chrisharvey – Fotolia.com
Zweistellige Wachstumsraten erwartet der VDE für den Einsatz von technischen Helfern im häuslichen Umfeld. Anlass zu so viel Optimismus liefert eine aktuelle Studie – trotz Skepsis bei den zukünftigen Nutzern.
In den nächsten Jahren werden Haushaltsroboter und automatisierte Lösungen für ältere Menschen zunehmend in die Haushalte einziehen und auch Pflegeaufgaben übernehmen. Deutschland eröffnen sich hierdurch große Potenziale auf dem Weltmarkt – weil die Position der Anbieter in der Industrierobotik und Automation sowie anderen Basistechnologien schon so gut ist. Dies sind in aller Kürze die Ergebnisse der neuen VDE-Studie „Mein Freund der Roboter", die der Verband in München vorstellte.
„Unsere Experten erwarten im Bereich Servicerobotik attraktive ökonomische Wachstumsraten, die zu neuen Arbeitsplätzen führen", so VDE-Präsidiumsmitglied Dr.-Ing. Kurt Bettenhausen. Auch trügen Serviceroboter dazu bei, die Herausforderungen des demografischen Wandels erfolgreich zu meistern und die Lücke zwischen einer kontinuierlich alternden Bevölkerung, einer rückläufigen Erwerbsbevölkerung und einem Mangel an Pflegekräften zu schließen. Roboter sollen, so die Vision, ältere Menschen dabei unterstützen, länger möglichst eigenständig zu leben.
Aber werden Serviceroboter von Senioren überhaupt akzeptiert? Der VDE-Studie zufolge steht die Mehrheit der Senioren (56 %) Servicerobotern positiv gegenüber. 50 % der Pflegekräfte befürworten den Einsatz von Robotern im privaten Bereich. Am beliebtesten sind Haushaltsroboter wie Staubsauger- und Wischroboter, aber auch futuristische Anwendungsszenarien wie der „roboterisierte Rollstuhl". Allerdings zeigt die VDE-Studie auch, dass das gesellschaftliche und technologiepolitische Bekenntnis zum „Freund Roboter" noch nicht so klar ausfällt wie in asiatischen Ländern, etwa Südkorea oder Japan. So lehnen 40 %der Senioren die Servicerobotik im Alltag spontan ab. 60 % der befragten Senioren empfinden Robotik als „unheimlich".
Der Wunsch nach einer selbständigen Lebensführung ist jedoch ein starker Faktor für die Akzeptanz. So erreichte das Szenario „ roboterisierter Rollstuhl" einen der höchsten Rankingplätze, obwohl die Vorbehalte gegenüber Systemen, die direkt mit den Menschen kommunizieren, kooperieren oder sie sogar berühren, am stärksten ausgeprägt sind. Der Nutzen – Mobilität, Orientierung, Unabhängigkeit, Selbständigkeit, Schutz der Intimsphäre – wird in diesen Fällen höher bewertet als die damit verbundenen akzeptanzhemmenden Faktoren.
Die überwiegende Mehrheit der Befragten würde einen Serviceroboter zu Hause der Alternative Altenheim vorziehen. Am beliebtesten sind Roboter, die abgrenzbare Tätigkeiten im Haushalt autonom erledigen, insbesondere Staubsauger- und Wischroboter. Im Mittelfeld liegen die Szenarien „ gesundheitliches Monitoring", „Fitness-Coach" und „Kommunikation und Anregung", gefolgt von Fensterputz-Robotern, Therapieanwendungen und humanoiden Haushaltsrobotern für komplexe Tätigkeiten.
„Bisher haben nur wenige Firmen in Japan, Korea und China erste humanoide Roboter auf den Markt gebracht. Wir erwarten jedoch für die nächsten zehn Jahre erhebliche Zuwachsraten in diesem Segment", so Bettenhausen weiter.
Vor allem im Bereich der Rehabilitationsrobotik, wie zum Beispiel bei intelligenten Rollstühlen, kleinen Roboterarmen oder neuartigen Beinprothesen erwartet der VDE in naher Zukunft große Fortschritte. Sie ermöglichen es heute schon alten, kranken oder behinderten Menschen, verlorene Mobilität und Selbstständigkeit zurückzugewinnen.
· Weitere Informationen: Die VDE-Studie „Mein Freund der Roboter" erscheint im VDE-Verlag und kostet 29 Euro. Herausgeber ist die BMBF/VDE Innovationspartnerschaft AAL (Ambient Assisted Living). Autorin ist Dr. Sybille Meyer, SIBIS GmbH – Institut für Sozialforschung, Berlin. www.vde.com


